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Artischocke – pflanzen, anbauen, Wirkung

Kategorie: Gemüsegarten,Ziergarten – Autor: Sylwia – 15. September 2016

Artischocke ist eine mehrjährige krautige Pflanze, dessen essbarer Teil die Köpfe der Blütenstände sind. Verallgemeinert in Ländern mit wärmeren Klimazonen, vor allem im Mittelmeerraum, ist in Deutschland der Anbau von Artischocken nur selten als Hobby verbreitet. Die Artischocke wird dann als einjährige Pflanze angebaut. Es lohnt sich ein Interesse zu zeigen, da die  Artischocke medizinischen und ernährungsphysiologische Eigenschaften aufweist. Erfahren Sie, wie wir die Artischocke anbauen und wie wir sie in der Küche verwenden können, aber auch … in unserem Garten!

Artischocke - pflanzen, anbauen, Wirkung

Artischocke – Cynara scolymus

Artischocken sind mehrjährige krautige Pflanzen, die sowohl als Gemüse als auch als Zierpflanzen angebaut werden können. Sie wachsen bis zu einer Höhe von 1,5 m. Eine attraktive Dekoration des Blumenbeetes sind ihre steifen, grünen und gewölbten Blätter, die ähnlich den Diestelblättern sind (sie bieten auch einen guten Hintergrund für Blumen). Im frühen Herbst erscheinen große Blütenkörbe. Wenn man sie nicht zum Verzehr abschneidet, bedecken sie sich mit Schattierungen von rosa über violett bis blau. Dann wird man die Ziervorteile der Artischocke zu schätzen wissen!

Wenn man die Artischocke anbauen möchte als Gemüse ist die Gewöhnliche Artischocke (Cynara scolymus) am besten. Der essbare Teil der Pflanze sind die Blütenstände – Körbchen mit einem fleischigen Boden und fleischigen Belägen. Zum Verzehr eignen sich auch die gebleichten Blattschwänzchen der Artischocke.

Artischocke wird gerne in Frankreich, Italien, Spanien und in den USA angebaut. In Großbritannien wird sie nur für dekorative Zwecke gepflanzt. In Deutschland ist die Artischocke eine weniger bekannte Delikatesse und fast ausschließlich von Hobbygärtnern angebaut. Dies ist Schade, denn sie ist lecker und sehr gesund (besonders für Diabetiker empfohlen). Dank der enthaltenden Substanz, sogenannten Cynarin, ist die Artischocke gallentreibend, hilft dem Körper sich zu entgiften, schützt die Leber und reduziert den Cholesteringehalt. Artischocke, sowie auch Knoblauch und Ingwer sind cholesterinsenkende Kräuter. Außerden ist die Artischocke  eine gute Quelle für Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen sein.

Weniger bekannt, aber dennoch attraktiv ist die Spanische  Artischocke (Cynara cardunculus), auch als Cardy bekannt. Cardy wird als wild wachsender Vorfahre der angebauten Artischocke betrachtet.

Was unterscheidet diese beiden Pflanzen? Wenn man bei jemanden blühenden Artischocken sieht, kann man leicht erkennen, ob es sich um eine Gewöhnliche Artischocke oder um eine Spanische Artischocke handelt. Bei der Spanischen Artischocke sind die charakteristischen Blätter, die den Blütenkorb bedecken, mit stacheligen Widerhaken abgeschlossen. Bei der Gewöhnlichen Artischocke treten die stacheligen Widerhaken nicht auf.

Artischocke anbauen

Man kann die Artischocke anbauen als 3 bis 4-jährige oder als einjährige Pflanze. Einfacher ist es, wenn wir sie als einjährige Pflanze anbauen. Es ist schwierig die Pflanze vor dem Einfrieren zu schützen.
Wenn wir die Artischocke anbauen, beginnen wir mit der Vorbereitung der Stecklinge im erwärmten Folientunnel oder im Gewächshaus. Wenn man keinen Tunnel auf dem Grundstück hat, kann man dies auch zu Hause auf dem Fensterbrett machen. Mit der Arbeit beginnt man im Februar. In Töpfe, die mit Torf-Substrat (pH 6 bis 6,5) gefüllt sind, werden 2 oder 3 Samen ausgesät. Bis zur Bildung von Blättern sollte man versuchen eine Temperatur von 25°C zu gewährleisten (dann wird die Temperatur zwischen 15 bis 20°C gehalten).

Wenn die Artischockensamen in mehrere Töpfe ausgesät wurden, sollte man die Stecklinge nach etwa einem Monat, in der zwei Blätter-Phase, in Töpfe mit einem Durchmesser von 8 cm umgepflanzen. Im Mai werden die Pflanzen ins Beet gesetzt.

Wenn wir die Artischocke pflanzen, sollten die Beete vor dem Wind geschützt werden und gut besonnt sein. Der Boden sollte einen neutralen oder leicht alkalischen pH-Wert haben. Er sollte fruchtbar, durchlässig und tief kultiviert sein. Es wäre gut, wenn der Boden im letzten Jahr mit Mist gedüngt war.

Die Stecklinge müssen in einer Tiefe von 5 cm und in einem Abstand von 1×1 Meter eingepflanzt werden. Ab diesem Moment sollte an eine regelmäßige Bewässerung gedacht werden. Eine reichliche Bewässerung ist notwendig, vor allem im Sommer, wenn es heiß und trocken ist. Unerlässlich ist auch die Unkrautbekämpfung zwischen den Pflanzen. Wenn sich die Stecklinge bewurzeln lohnt es sich diese zusätzlich mit Kompost oder gut kompostiertem Mist zu düngen.

Wenn wir die Artischocke pflanzen als mehrjährige Pflanze, muss sie alle 3 Jahre verjüngert werden. Sie werden durch Teilung vermehrt. Im Frühling werden die Pflanzen ausgegraben und mit einer Heugabel, einem Spaten oder einem Messer geteilt. Jede solche Pflanze sollte über mindestens 2 Triebe und ein starkes Wurzelsystem verfügen.

Die Überwinterung der Artischocke ist jedoch nicht immer erfolgreich. Die oberirdischen Pflanzenteile frieren in unserem Klima ein, jedoch blüht sie wieder im Frühjahr auf, wenn man nur das Wurzelsystem schützt. Somit sollte vor dem Wintereinbruch die Triebbasis mit Boden angehäufelt und die Pflanzen mit Stroh bedeckt werden.

Artischocke – Lagerung und Nutzung

Die Ernte der Artischocken zum Verzehr wird im Spätsommer durchgeführt, wenn sie noch grün sind. Der essbare Teil sind die Köpfchen der Blütenstände nach der Entfernung  der harten äußeren Schalenabdeckung. Man kann die fleischigen Enden der schuppigen Blütenstandhüllen, den eigentlichen Blütenstand, seine Basis und das kurze Ende des Stiels essen. Sie sind essbar, nachdem man sie in Salzwasser gekocht hat. Im Internet findet man viele interessante Rezepte für Artischocken-Gerichte, wie zum Beispiel Artischocken in Pilz-Käse Soße.

Für den Verzehr eignen sich ebenfalls gebleichte Blattschwänzchen der Artischocke. Das Bleichen wird im September durchgeführt. Die gesammelten jungen Blätter (man sammelt sukzessiv je 2 oder 3 von jeder Pflanze) lagert man in einem dunklen Raum. Sie werden mit Sand oder Erdboden bestreut. Nach 3 bis 4 Wochen sind sie zum Verzehr bereit.

Die Blätter der Artischocke können auch vor der Ernte gebleicht werden, noch auf der Pflanze. Dazu biegt man die Blätter zum Haupttrieb und verbindet sie. Danach umwickelt man die Pflanzen mit lichtundurchlässigem Papier, so dass nur ihre Spitzen frei sind.


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