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Bodenart bestimmen – wie kann man den Gartenboden testen?

Kategorie: Gemüsegarten,Ökogarten,Ziergarten – Autor: Sylwia – 29. Dezember 2014

Die Eigenschaften des Bodens in unseren Gärten sind einer der wichtigsten Faktoren, die über den möglichen Erfolg des Anbaus entscheiden. Je nach unseren Bedürfnissen, vielmehr auf die Bedürfnisse der Pflanzen, die man anbauen möchte, können wir die Qualität und die Fruchtbarkeit des Bodens in unserem Garten beeinflussen, unter anderen mit geeigneten Düngemitteln und Anbaumethoden. Sehen Sie, man den Gartenboden testen kann, um seine Eigenschaften und die Eignung für den Anbau bewerten zu können. Dann kann man geeignete Anbau- und Düngungsmethoden wählen.

Bodenart bestimmen

Erdbodeneigenschaften –  wie man selber Gartenboden testen kann

Warum solltem wir den Gartenboden testen

Einer der häufigsten Fehler ist die Düngung “nach Augenmaß”, die umgekehrte Folge hat als die, die man angenommen hat. Um das Fehlerrisiko zu verringern, sollte man die Bodenart bestimmen und die Eigenschaften des Erdbodens, auf dem man beabsichtigt, Pflanzen anzubauen – das heißt den Gartenboden testen. Es ist wichtig, wenn wir beispielsweise einen Gemüsegarten planen. Um ein zuverlässiges und genaues Ergebnis zu erhalten, ist es am besten, Bodenproben zu nehmen und sie zum Testen in eine landwirtschaftliche Forschungsanstalt zu geben. Da jedoch bei Umsetzung dieser Art von Forschung die Notwendigkeit besteht die Kosten zu erhöhen, entscheiden sich viele Menschen dazu selbständig die Bodenart bestimmen und die Eigenschaften des Bodens im  Garten oder auf dem Grundstück zu bestimmen. Hier zeigen wir eine einfache und praktikable selbermachende Möglichkeit den Gartenboden testen.

Bodenart bestimmen – sandiger oder lehmiger Boden

Das erste Element, das man bestimmen kann ist:  Bodenart bestimmen. Man kann mit leichten, mittleren oder schweren Erdboden zu tun haben. Bei Amateur-Anbaubedingungen kann man  Bodenart bestimmen nach einer landwirtschaftlichen Kategorie – die sogenannte Fingermethode. Dieses Verfahren umfasst die Entnahme einer Bodenprobe in die Hand und zerreibt diese zwischen den Fingern, wobei jedoch die Darstellung und das Verhalten der Probe zu beobachten ist. Bei Bodenart bestimmen helfen die folgenden Tabelle und Fotos.

Bodenart bestimmen Bodeneigenschaften Nützlichkeit beim Anbau
Schwere Boden, lehmig nach zerreiben verschmutzt stark die Finger, im nassen Zustand ist er klebrig – man kann ihn in jede beliebige Form formen ist reich an Nährstoffen und hat einen hohen Wassergehalt, ist aber nicht sehr atmungsaktiv, undurchlässig und schwer beim Anbau – der Nutzungswert ist gering, der Boden erfordert Lockerung
mittlerer Boden, sandlehmig beim zerreiben fühlt man die Anwesenheit von Sand, verschmutzt leicht die Finger,  im Nassen Zustand kann man ihn in dicke Rollen formen, die wir leicht unterbrechen können gute Wasserhaltekapazität, gemäßigte Durchlässigkeit, mittel Luftdurchlässig, erwärmt sich gut, im Hinblick auf den Nutzungswert hat er die größte Brauchbarkeit
leichter Boden, sandig zerbröckelt leicht, ist nicht klebrig, somit werden die Finger nicht schmutzig, auch im nassen Zustand kann man ihn nicht bilden er zeichnet sich durch hohe Atmungsaktivität und Durchlässigkeit aus, geringe Wasserhaltekapazität, trocknet schnell aus und Nährstoffe können leicht aus ihm herausgespüllt werden, hat einen niedrigen Nutzungswert, seine Eigenschaften können durch Zugabe von organischem Material verbessert werden

Lehmiger Boden - Bodenart bestimmen

 

Lehmiger Boden – reich an Nährstoffen, aber zu schwer und undurchlässig, im nassen Zustand ist er klebrig und kann in jede beliebige Form gebildet werden

 

Lehmboden

 

Lehmboden – ist fruchtbar und hält recht gut Wasser, aber es bilden sich leicht klumpen, fühlt sich wie Seife an. Erfahre mehr zum Thema: Lehmboden.

 

Torfboden

Torfboden – ist reich an organischen Stoffen und hält gut Wasser, ist oft zu sauer, benötigt daher Kalkung

 

Kalkboden

 

Kalkboden – hat eine helle Farbe, ist flach und steinig, ist gut durchlässig und mäßig fruchtbar

 

Sandboden

 

Sandiger Boden – in den Fingern zerrieben ist körnig, seine Partikel kleben nicht aneinander und verschmutzt nicht die Hände, ist trocken, leicht, durchlässig, weniger fruchtbar, erfordert häufige Düngung und Bewässerung. Erfahre mehr zum Thema: Sandboden.

 

 

Gartenboden testen  – Wie testet man den pH-Wert

Ein weiteres Merkmal den Gartenboden testen , bevor man mit dem Anbau beginnt, ist das Testen des ph-Wertes.

Gartenboden testenDer pH-Wert des Bodens ist der Säuregrad oder die Alkalität. Ein neutraler pH-Wert ist 7. Ist der pH-Wert größer als 7 bedeutet es, dass der Boden alkalisch ist und ist der pH-Wert weniger als 7, bedeutet es, dass der Boden sauer ist. Der Boden pH-Wert beeinflusst die Löslichkeit von Mineralien im Boden und deren Verfügbarkeit für die Pflanzen. Der pH-Wert kann auch Auswirkungen auf die Art und Größe der Bevölkerung von lebenden Organismen im Boden haben. Die meisten Gartenpflanzen brauchen etwas Böden  mit einem pH-Wert zwischen 6,2 und 6,8. Es gibt aber auch eine große Gruppe von Arten, die einen mehr säurigen Erdboden erfordern.

Um selber den pH-Wert des Gartenboden testen muss man ein pH-Wert Prüfungsset für Gartenboden testen kaufen, bestehend aus einem Reagenzglas mit einer Lösung, die die Farbe ändert nachdem man diesen mit dem Erdboden vermischt. Das Reagenzglas füllt man wie in der Betriebsanleitung stehend mit Erdboden (zum Beispiel 1/4) und schüttelt dann kräftig, damit die Probenlösung sich mit dem Boden vermischt. Nach dem Mischen, warten man ab bis sich der Boden auf die Unterseite des Rohres ablegt und die Flüssigkeit die bestimmte Farbe ändert. Die resultierende Farbe wird mit dem zur Probe dazugehörigen Muster verglichen. In der Regel zeigt die Farbe Orange bis Gelb an, dass der Boden sauer ist, hellgrüne Farbe – neutraler Boden und dunkelbraune Farbe – alkalischer Boden. Aber denken Sie daran, dass dies nur ein Beispiel für die Farben sind – man sollte das zum pH-Meter dazugehörigen Muster benutzen, da verschiedene pH-Meter verschiedene Farbbereiche anzuzeigen kann.

Achtung! Da der pH-Wert des Bodens variabel ist, sollte man in der Regel zum Gartenboden testen mehrere Proben, die von verschiedenen Stellen im Garten stammen, nehmen.

Sollte sich herausstellen, dass man einen zu sauren Boden hat, kann man ihn verkalken oder mit kalziumhaltigen organische Stoffe bereichern, wie zum Beispiel Champignon-Substrat. Wenn der Boden zu alkalisch ist, kann man den pH-Wert durch Zugabe eines sauren Medium oder einer Mischung von saurem Torf, wie auch schwefelhaltigen Düngemittel, senken.

Bodenart bestimmen anhand von Indikatorpflanzen

 Bei Bodenart bestimmen im Garten oder auf dem Grundstück, kann einem das Beobachten von Pflanzen, die eigenständig auf dem Grundstück erscheinen, helfen. Gänseblümchen, Weißklee und Margeriten erscheinen auf unfruchtbaren und armen Boden. Das Auftreten dieser Pflanzen zeigt, dass es notwendig ist, regelmäßig nährstoffreiche Düngemitteln auszulegen. Wenn jedoch im Garten folgende Pflanzen auftreten: Brennnessel, Acker-Senf, Mieren, kleinblütiges Knopfkraut oder gewöhnliche Vogelmiere bedeutet es, dass der Boden einen hohen Gehalt an Stickstoff hat. Beim Düngen des Bodens sollte man sich nur für Düngemittel, die diesen Nährstoff nicht aufweisen, entscheiden. Das Auftreten von Acker-Schachtelhalm, Huflattich oder kriechendem Hahnenfuß zeigt, dass der Boden feucht und schwer ist. In diesem Fall ist es wünschenswert, dass man den Erdboden auflockert und mit Sand vermischt. 

Wann man im Laboratorium den Gartenboden testen muss

Die oben beschriebenen Methoden ermöglichen die Bodenart bestimmen – den Typ, die Fruchtbarkeit und den pH-Wert. Jedoch ist die genaue Bodenart bestimmen, also den Gehalt an Nährstoffen kann man erst nach dem Abgeben der Bodenproben in ein Laboratorium möglich. Wenn man jedoch zu weit zum Laboratorium hat, ist es möglich Gartenboden testen über das Internet zu beauftragen (Bodenprobe werden vom Kurier abgeholt und die Testergebnisse erhält man per E-Mail).

Gartenboden testen ist notwendig, wenn man Anzeichen für Makro- und Mikronährstoffmangel sieht, was zu einem schlechteren Pflanzenwachstum, Ertragsreduzierung sowie der Häufigkeit von verschiedenen Pflanzenerkrankungen aufgrund des physiologischen Substrat führen kann. Leider, wie durchgeführte Studien bestätigen, kommen in vielen Gärten verschiedene Anomalien in der Bodenfruchtbarkeit auf, hauptsächlich aufgrund von Fehlern bei der Düngung. Einer der häufigsten Fehler, die von Hobbygärtner gemacht wird,  ist die zu intensive Kalkung des Bodens, was zur übermäßigen Erhöhung des pH-Wertes des Bodens führt. Da man in der Regel mit Magnesiumkalk bekalkt, bekommt der Boden zu hohe Dosen mit Magnesium. In einer derartigen Situation ist es schwierig für die Pflanzen andere Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen.


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