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Fruchtfolge im Gemüsegarten

Kategorie: Gemüsegarten – Autor: Sylwia – 18. Februar 2016

Fruchtfolge im Gemüsegarten, das heißt eine Pflanzung auf der gleichen Rabatte von verschiedenen Gemüsearten, verbessert ihren Wachstum und Ertrag und hilft die Übertragung von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern. Es lohnt sich zu wissen, welches Gemüse hintereinander zu pflanzen ist, damit es gesund und schmackhaft sein wird. Hier sind drei hervorragende Beispiele für Fruchtfolge im Gemüsegarten. Erfahren Sie das Geheimnis vom gesunden Gemüse aus dem eigenen Garten!

Fruchtfolge im Gemüsegarten-1

Fruchtfolge im Gemüsegarten. Welches Gemüse hintereinander anpflanzen?

Die Vorteile der Fruchtfolge im Gemüsegarten, das heißt eine jährliche Übertragung von Pflanzen der gleichen Familie an andere Plätze, haben schon die alten Griechen und Römer gewusst. Die Fruchtfolge im Gemüsegarten verhindert eine Ansammlung von Erdbodenschädlingen und Krankheitserreger, einschließlich solcher, die man um jeden Preis vermeiden sollte, wie die Wurzelzystennematoden (greifen vor allem Tomaten und Kartoffeln an), Kohlhernie oder weiße Zwiebelfäule.

Eine konstant hinterfolgender Anbau der gleichen Art an einem Ort führt auch zu einer Verringerung der Ernte. Sie erschöpfen die einseitigen Erdbodennährstoffe, die sie benötigen. Gemüse hat doch unterschiedliche Ernährungsanforderungen! Unter ihnen sind mehr oder weniger “leidenschaftlich”. Darüber hinaus profitieren verschiedene Gemüsearten, abhängig von der Größe ihrer Wurzeln, von Nährstoffen, die in verschiedenen Erdbodenschichten enthalten sind.

Bedenken Sie! Das Prinzip der Fruchtfolge im Gemüsegarten ist einfach und logisch. Alles Gemüse, dass zur selben Familie gehört, hat in der Regel eine Tendenz von den gleichen Krankheiten befallen zu werden und von den gleichen Schädlingen angegriffen zu werden. Fruchtfolge im Gemüsegarten erfordern besonders Nachtschattengewächse, Hülsen-, Kohl- und Wurzelgemüse.

Wie führt man die Fruchtfolge im Gemüsegarten aus?

Solche Pflanzen wie Karotten, Petersilie und Rüben charakterisieren sich mit einem tiefen Wurzelsystem und nehmen Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten auf, während Salat und Zwiebeln ihre Wurzeln gleich unter der Oberfläche entwickeln.

Gemüse, das ein tieferes Wurzelsystem hat und weniger anspruchsvoll beim Anbau ist, sind im zweiten oder dritten Jahr nach dem Mist. Wenn man somit alle 2 bis 3 Jahre einen Teil unseres Gartens mit Mist düngt, sollte man auf dem im Frühling gedüngten Teil Gemüse anbauen, das einen hohen Gehalt an Nährstoffe und Humus im Boden erfordert.

Die beste Fruchtfolge im Gemüsegarten bekommt man, wenn man den Gemüsegarten in vier gleiche Teile unterteilt und man nach den folgenden Regeln bepflanzt: ein Beet mit Pflanzen mit hohen Ernährungsansprüchen, ein Beet mit mittleren, ein mit geringen und ein mit tief verwurzelten Pflanzen für die Gründüngung .

Von Jahr zu Jahr ändert man das bepflanzende Beet, das heißt: auf dem Beet nach den Pflanzen mit hohen Ansprüchen kommen die mit mittleren,  im nächsten Jahr mit geringen und im vierten Jahr bereitet man den Platz für den nächsten Anbau von Gemüse mit hohen Anforderungen vor.

Unten sind die Regeln für die Fruchtfolge im Gemüsegarten für unsere erste Rabatte angegeben. Auf der zweiten Rabatte beginnt man diese im nächsten Jahr anzuwenden, auf der dritten im dritte Jahr und so weiter.

Fruchtfolge im Gemüsegarten – Beispiel 1

Jahr 1
Auf der Rabatte pflanzt man Sellerie, deren Wurzelsystem stark entwickelt und bis zu einer Tiefe von 1,5 m in die Erde reicht. Vor dem Anbau wird er mit Mist gedüngt. Sellerie, angebaut auf der Rabatte, wächst in warmen Umgebungen. Aufgrund der hohen Temperaturanforderungen sollte man sich nicht  mit dem Anpflanzen der Sellerie auf der Gartenrabatte beeilen. Ein zu früher Anbau kann zur vorzeitigen Blühte der Pflanzen führen.

Jahr 2
Im darauf folgenden Jahr wird die gleiche Rabatte mit Pflanzen zur Gründüngung angebaut, die den Humusgehalt und die Nährstoffmenge im Erdboden erhöhen, sowie auch ihre Struktur verbessern.

Jahr 3
Im dritten Jahr pflanzt man auf der gleichen Rabatte Kopfsalat an, der ein schlecht entwickeltes Wurzelsystem hat, jedoch großen Nährstoffbedarf hat. Kopfsalat ist gut geeignet für den Anbau nach Gründüngungen, der den Erdboden mit Nährstoffen anreichert.

Jahr 4
Im vierten Jahr baut man auf der Rabatte Porree an, deren Wurzeln sehr stark sind und bis zu 50 cm tief wächst, darum kann man die Rabatte zusätzlich mit Mist oder anderen organischen Düngemittel düngen.

Fruchtfolge im Gemüsegarten

Fruchtfolge im Gemüsegarten – Beispiel 2

Jahr 1
Die Rabatte wird für den Anbau von Kartoffeln mit Mist gedüngt. Sie mögen fruchtbaren, leicht sauren Erdboden. Kartoffeln werden traditionell  mit “sauberer” vernachlässigtem Erdboden angebaut. Sie wachsen üppig und verdrängen effektiv Unkraut.

Jahr 2
Im folgenden Jahr ist die gleiche Rabatte noch ausreichend fruchtbar für den Anbau von Wurzelgemüse. Diese Gemüse bevorzugt eine leichten, schwach alkalischen Erdboden. Wenn dieser jedoch zu sauer ist, muss Bodenkalkung durchgeführt werden.

Jahr 3

Im dritten Jahr wird die gleiche Rabatte erneut gedüngt, diesmal für Hülsenfrüchte, zum Beispiel Bohnen. Diese nehmen atmosphärischen Stickstoff auf und sammeln diesen in ihren Wurzeln. Nach der Ernte lässt man das übrig gebliebenen Gemüse im Erdboden und der freigebender Stickstoff ist nach ihrer Zersetzung für Kohlgemüse sehr nützlich.

Jahr 4
Kohlgemüse mag im knappen Erdboden zu wachsen. Der Erdboden sollte sich über den Winter gut absetzen, bevor er bepflanzt wird. Vor der Behandlung  wird dieser wiederum (falls notwendig) gekalkt, da der schlimmste Feind dieses Gemüse Kohlhernie ist, der nicht alkalischen Erdboden mag.

Fruchtfolge im Gemüsegarten

Fruchtfolge im Gemüsegarten – Beispiel 3

Jahr 1
Die Rabatte ist mit gedüngt und auf ihr weißer Kohl angebaut. Das Wurzelsystem von Kohl ist sehr stark und wächst ziemlich tief in den Erdboden.

Jahr 2
Im nächsten Jahr wird die gleiche Rabatte mit Pflanzen für Gründüngungen bepflanzt, zum Beispiel. Lupinen und Wicken, die den Humusgehalt und die Nährstoffmenge im Boden erhöhen.

Jahr 3
Im dritten Jahr pflanzt man auf die gleiche Rabatte Zwiebeln, die aufgrund ihres flachen Wurzelsystems einen fruchtbaren und wasserdurchlässigen Erdboden erfordern. Daher passen sie ideal nach Pflanzen für Gründüngungen, die  eine “saubere Anbaustelle” hinter sich lassen.

Jahr 4
Im letzten Jahr wird Spinat ausgesät, die einen mittleren Nährstoffbedarf haben. Gewöhnlicher Spinat wird von März bis Mai in Reihen alle 20 bis 25 cm gesät.

Fruchtfolge im Gemüsegarten

Fot. pixabay.com, Fruchtfolge Bilder ©Joanna Sadowska.

 


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