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Pflanzen umtopfen

Kategorie: Balkongarten,Hauspflanzen – Autor: Sylwia – 30. Juni 2014

Das Umpflanzen der Topfpflanzen ist eine der wichtigsten Pflegebehandlungen. Wir sollten in der Regel jedes Jahr junge Pflanzen umtopfen bei älteren nur einmal alle paar Jahre. Wann ist die beste Zeit für das Umpflanzen, in welchen Erdboden sollen die Topfpflanzen umgepflanzt werden, wie sucht man Töpfe für das Umpflanzen aus und wie sieht der Vorgang des Umpflanzens aus, damit man nicht die Pflanzen beschädigt.

Pflanzen umtopfen

Pflanzen umtopfen

Wann sollten wir Pflanzen umtopfen

Im Allgemeinen ist der beste Termin für das Umpflanzen von Zimmerpflanzen, wie zum Beispiel der Herzpflanze, der Monat März. Die meisten Pflanzen enden in diesem Monat die Winterruhe und beginnen die Wachstumszeit. Dies ist der Moment, in dem Topfpflanzen den Stress des Umpflanzens am besten widerstehen.

Das Umpflanzen im Zeitraum zum Beginn des Pflanzenwachstums hat auch eine zusätzliche praktische Bedeutung – oft zu diesem Moment benötigt die Pflanze einen größeren Topf.

Es ist auch erwähnenswert, dass wir nicht alle Pflanzen umtopfen müssen. Die jüngsten Pflanzen (1 oder 2 Jahre alt) müssen jedes Jahr verpflanzt werden. Ältere Pflanzen können seltener verpflanzt werden – alle 2 oder 3 Jahre (es hängt alles von der Wachstumsrate der Pflanze ab und ob der Wurzelballen schon bereits über dem Topf abhängt).

Erwachsene Exemplare, die in großen Töpfen wachsen, umpflanzt man noch seltener. Solchen Pflanzen, anstelle des Umpflanzens, ersetzt man alle 1-2 Jahre nur die oberste Schicht des Erdbodens in dem Topf.

 

Wann ist das Umpflanzen notwendig

Die Tatsache, dass es notwendig ist die Pflanze zu verpflanzen, geben folgende Symptome an:

  • die Pflanze bildete viele Sprossen und passt nicht mehr in den Behälter,
  • die Wurzeln der Pflanze überwuchern den Blumentopf, kommen von der Oberfläche der Bodenerde oder durch die Löcher aus dem Topfbodens raus,
  • nach dem Gießen fließt das Wasser sofort unter dem Topf in den Untersetzer (die Wurzeln haben wahrscheinlich schon das gesamte Volumen des Topfes belegt),
  • die Pflanze erreicht eine signifikante Größe und überwuchert leicht den kleinen Topf,
  • ältere Pflanzen verlieren ihr Grünes, sie haben keinen neuen Zuwachs, die Blätter beginnen zufallen an,
  • der Nährboden, in dem die Pflanze wächst, muss erneuert werden, da es seine Eigenschaften verloren hat. Der Erdboden ist zu fest geworden (Erdkruste), auf der sich unansehnlicher Niederschlag ansammelt.

Wir sollten auch Pflanzen umtopfen, die nicht nach dem Kauf umgepflanzt wurden. Sehr oft ist die Bodenerde in den Töpfen bei den zum Kauf angebotenen Pflanzen nur eine “produktive”  Erde. Die Pflanze fühlt sich nach der Verpflanzung in eine bessere Bodenerde sehr viel wohler.

Umpflanzen von Topfpflanzen. Ein Zeichen, dass die Pflanze verpflanzt werden muss, ist, dass die Wurzeln über den Topf gewachsen sind.

Umpflanzen von Topfpflanzen. Ein Zeichen, dass die Pflanze verpflanzt werden muss, ist, dass die Wurzeln über den Topf gewachsen sind.

 

Es gibt natürlich Ausnahmen von den oben beschrieben Regeln. Vor allem umpflanzt man im März keine Pflanzen, die in dieser Zeit blühen. Anders werden auch Kakteen und Sukkulenten behandelt (mehr zum Umpflanzen von Kakteen finden Sie am Ende des Textes) wie auch Orchideen. Orchideen werden sehr selten verpflanzt, da diese Pflanzen diese Behandlung nicht so gut vertragen.

Blumentopf auswählen

Wenn wir Pflanzen umtopfen, werden sie nur in wenig größere Töpfe, als die bisher verwendeten, umgepflanzt. Der Durchmesser des neuen Topfes sollte um etwa 2 bis 4 cm größer sein. Die Verwendung von zu großen Töpfen ist für viele Pflanzen auch nicht gut (einige von denen verausgaben ihre Kräfte auf das Wachstum der Wurzel, anstatt sich auf die Entwicklung von Knospen, Blättern und zauberhaften Blüten zu konzentrieren).

Jeder Topf sollte im Boden Löcher haben, durch die überschüssiges Wasser in den Untersetzer abfließen kann. Das Fehlen dieser Entwässerungslöcher kann zur Lagerung des Wassers im Topfboden führen (es ist schwer zu sehen, da es auch gut sein kann, dass die oberste Schicht des Erdbodens vertrocknet ist). Das Restwasser in dem Topfboden verursacht bei den meisten Pflanzen eine Wurzelverfaulung.

Viele Leute fragen sich – ist es besser in Keramik- oder Kunststofftöpfen zu pflanzen? Jeder von ihnen hat sein Vor-und Nachteile. Keramiktöpfe sehen sehr viel natürlicher aus (vor allem in Tontöpfen sehen Kakteen und Sukkulenten gut aus), sind schwerer als Kunststofftöpfe (die Pflanze steht stabiler), aber leider sind sie auch viel teurer. Im Gegenzug sind Kunststofftöpfe billiger und komfortabler. Es ist auch einfacher diese sauber zu halten. Obwohl die Wahl der verschiedenen Größen, Farben und Formen ausgezeichnet ist, gefallen diese nicht jedem.

Umpflanzen von Topfpflanzen – Topfwahl

Umpflanzen von Topfpflanzen – Topfwahl

Zum Ende der Topfberatungen, ist es erwähnenswert, dass einige Pflanzen leichter in durchsichtigen Behältern angepflanzt werden. Deshalb werden in solchen Töpfen Orchideen, wie Phalaenopsis, verkauft. Durchsichtige Töpfe ermöglichen den Zustand und die Farbe der Wurzeln zu beobachten (wenn die Wurzeln die Farbe zu grau ändern, muss die Pflanze bewässert werden).

Erde für Topfpflanzen

In  Gartengeschäften und Blumenläden gibt es eine breite Palette an Blumenerde aus verschiedenen Gruppen, die für die Verpflanzung von Topfpflanzen bestimmt sind (zum Beispiel Blumenerde für Palmen, Farnen, Orchideen). Solch eine spezialisierte Blumenerde ist jedoch im Allgemeinen teurer als die universelle Blumenerde. Lohnt es sich daher, für diese mehr zu bezahlen? Umso mehr, dass Gärtner die meisten Pflanzen einfach in Gartentorf anbauen!

Gartentorf bewehrt sich, sofern man genau die Grundsätze des Anbaus, der Bewässerung, der Düngung und die richtigen Klimabedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur) beibehält. Pflanzen, die in Torf gut wachsen, da diese in Gewächshäusern angebaut werden, kommen nicht unbedingt in unseren Häusern gut zurecht. Die Auswahl einer speziellen komponierten Mischung für unsere Pflanzen, gibt uns eine größere Chance, dass die Pflanze besser auskommt, auch wenn man diese gerade etwas vernachlässigt.

Man muss auch daran denken, dass einige Zierblumen, wie Orchideen, einen speziellen vorbereiteten Erdboden erfordern. Wenn man nicht weiß, wie man es selbst erzielt, muss man auf jeden Fall eine Fertigmischung für die Pflanzen auswählen.

Wenn wir unsere Pflanzen umtopfen reicht jedoch in den meisten Fällen eine gewöhnliche Universalerde aus. Es sollte gut durchlässig und leicht sauer sein. Um zu überprüfen, ob die Bodenerde ausreichend durchlässig ist, lohnt es sich ein kleines Experiment durchzuführen. Man füllt den Blumentopf mit Blumenerde und bewässert diesen reichlich. Grundsätzlich sollte das Wasser sofort durchsickern und aus dem Topfboden entweichen. Wenn dies nicht geschieht, sollte die Blumenerde mit einer kleinen Menge von Sand, feinem Kies oder Perlit vermischt werden.

Wenn man Blumenerde kauft, bewehrt es sich das Produkt eines bekannten Herstellers zu wählen. Man hat größere Chancen, dass die Blumenerde guter Qualität ist und nicht mit Bodenkrankheiten oder Schädlingen versehen ist.

Wenn wir Pflanzen umtopfen, die viel Feuchtigkeit mögen, sollte man auch zur zusätzlichen Sicherung den Blumenboden mit Hydrogel vermischen. Bei der Bewässerung absorbiert das Hydrogel überschüssiges Wasser (das normalerweise in den Untersetzer fließen würde oder verdampfen würde) und gibt es, wenn die Erde im Topf austrocknet,  der Pflanze wieder. Dies erlaubt uns, den Zeitinterwall zwischen den Bewässerungen zu verlängern (nützlich, wenn wir in den Urlaub fahren möchten) und spart uns eine erhebliche Menge an Wasser, das zum Gießen verwendet wird. Vor allem aber gewährleistet das Hydrogel einen kontinuierlichen Zugang von Feuchtigkeit im Topf und lässt die Pflanzen üppig wachsen und wunderschön blühen.

Zimmerpflanzen umtopfen

Das Umpflanzen von Topfpflanzen erfordert einige Vorbereitung. Es lohnt sich ein paar Stunden vor der Verpflanzung die Pflanzen reichlich zu bewässern. Dadurch wird es einfacher, die Pflanze aus dem alten Topf zu entfernen. Die bewässerten Wurzeln ertragen den Stress der Verpflanzung besser.

Bei kleinen Pflanzen, die aus dem Topf entfernen werden sollen, stellt man den Topf auf dem Kopf und hält das herausschiebene Wurzelsystem fest. Wenn die Pflanze nicht herauskommen möchte, klopft man den Topf ein bisschen ab.

Bei größeren Pflanzen kann passieren, dass man erst die Innenwand des Topfes mit einem langem Messer (um die Wurzelballen von den Wänden des Topfes zu trennen) behandeln muss. Dann kann man die Pflanze in einer aufrechten Position herausnehmen.

Wenn man die Pflanze aus dem Topf nimmt, muss man sich erst den Zustand der Wurzeln ansehen. Dichte und verdrehte Wurzeln muss man leicht lösen. Falls die Wurzeln lang und dünn oder vertrocknet und angefault faul sind, müssen diese geschnitten werden. Aber Vorsicht – dies darf man nicht mit dicken und kräftigen Wurzeln (zum Beispiel bei Palmen) machen. Solche Wurzeln erfordern eine sehr sorgfältige Behandlung.

Bevor wir die Pflanzen umtopfen, muss man auf der Unterseite des Behälters eine dünne Drainageschicht auslegen. Dank den Blähton Eigenschaften können wir auch dieses Material verwenden. Grober Kies wird sich auch ganz gut dafür eignen. Dann verschüttet man eine dünne Erdbodenschicht und man legt daraufhin den Wurzelballen in den Topf und befüllt den Topf voll mit Blumenerde. Zu Ende stampft man die Blumenerde leicht fest (man klopft die Topfseiten ab oder man drückt den Boden mit seinen Händen fest) und bewässert diese reichlich. Die frische Blumenerde ist in der Regel reich an Nährstoffen, so dass die erste Düngung etwa nach einem Monat erforderlich sein wird. Erfahren Sie mehr zum Thema Zimmerpflanzen düngen.

Achtung! Zum Zeitpunkt der Verpflanzung müssen die Triebe von vielen Pflanzen auch beschnitten werden. Dies ist bei Pflanzen mit holzigen Trieben gut zu tun (Hibiskus, Oleander, Feigen). Außerdem lohnt es sich auch die Triebe von Pflanzen, die leicht verzweigt sind, zu beschneiden wie Fuchsie, Dreimasterblume, Topf-Efeu oder Weihnachtsstern (Wolfsmilch). Dies ermöglicht eine bessere Ausbreitung. Das Stutzen der Triebe ist auch ratsam, wenn man die Wurzeln der Pflanze stark verkürzt (die Proportionen zwischen den Wurzeln und dem oberirdischen Teil der Pflanze müssen eingehalten werden).

Kakteen umtopfen

Wie bereits schon erwähnt wurde, behandelt man die Verpflanzung von Kakteen und Sukkulenten ein wenig anders. Die Pflanzen umtopfen wir nicht öfter als alle 2-3 Jahre. Am besten diese Ende Januar oder Anfang Februar umzupflanzen, denn im März können schon einige von ihnen bereits blühen. Kakteen werden vor der Verpflanzung für einige Zeit nicht bewässert, so dass der Wurzelballen gut abtrocknen kann. Man nimmt diese Pflanze vorsichtig aus dem Topf und sieht sich das Wurzelsystem genau an. Bei dieser Untersuchung entfernt man alle beschädigten und zu lange Wurzeln. Wenn die Wurzeln im perfekten Zustand sind, kann man die Pflanze in einen neuen Topf umpflanzen. Allerdings, hat man einige Wurzeln beschnitten, wäre es gut, wenn die Pflanze liegen gelassen bleibt, damit die Wunden austrocknen können und erst dann in neue Blumenerde gepflanzt wird. Unmittelbar nach dem Umpflanzen der Pflanze wird diese nicht bewässert. Die Bewässerung der verpflanzten Kakteen beginnt erst nach etwa 14 Tagen.

Während der Verpflanzung der Kakteen muss man darauf achten, damit man sich nicht an deren Stacheln verletzt. Man kann diese mit einem Band, zum Beispiel aus Zeitung, umfassen oder man trägt dicke Handschuhe. Es gibt auch spezielle Holzzangen für die Verpflanzung von Kakteen.


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