Kiwi, Kiwipflanze – pflanzen, schneiden, Sorten | Gartentipps
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Kiwi, Kiwipflanze – pflanzen, schneiden, Sorten

Kategorie: Obstgarten – Autor: Sylwia – 24. Juli 2015

Strahlengriffel (Actinidia), auch als Chinesische Stachelbeere bezeichnet, ist eine steigende Pflanze die reich an Vitamin C ist – bekannt als Kiwi. Actinidia sind nicht nur wundervolle Obstpflanzen,  sondern können auch als dekorative Elemente dienen. Außerdem sind diese Pflanzen nicht anspruchsvoll und sind auch resistent gegen Krankheiten und Schädlingen. Aus diesen Gründen ist es einen Versuch wert Kiwi pflanzen im Garten, vor allem wenn man interessante exotische Pflanzen mag.

Kiwi pflanzen

Kiwi ist eine reiche Quelle an Vitamin C.

Trägt die Kiwipflanze in unserem Klima Früchte?
Pflanzt man Actinidia nach bestimmten Regeln kann man sich an Kiwis im Garten erfreuen. Man sollte jedoch bedenken, dass in der Regel Actinidias zweihäusige Pflanzen sind, was bedeutet, dass eine Pflanze nur weibliche Blütenknospen oder nur männliche Blütenknospen trägt. Es ist daher notwendig, zumindest ein männliches Exemplar und ein weibliches Exemplar Kiwi pflanzen. Wenn man mehr Kiwi pflanzen möchte, sollte  bei 8 weiblichen Expemplaren mindestens eine männliche Pflanze fallen. Hat man keinen Platz, um mehrere Kiwi pflanzen, sollte man zwittrige Pflanzen auswählen, die selbstbefruchtend sind.

Beachten Sie! Die meisten Actinidia Pflanzen sind zweihäusig. Damit diese Früchte tragen, ist es notwendig, sowohl weibliche als auch männliche Exemplare zu pflanzen. Wenn man nur eine Kiwi pflanzen möchten, wählt ein selbstbefruchtendes Exemplar aus.

Actinidia Arten und Kiwi Sorten

Zum Anbau in unserem Klima eignen sich  hauptsächlich der Scharfzähniger Strahlengriffel und der Amur-Strahlengriffel. Beide Kiwi Sorten sind genug winterbeständig, tragen jedoch etwas weniger Obst als die typische Kiwipflanze. Die Früchte, die man aus dem Gemüseladen kennt, kommen von der Chinesischen Stachelbeere, die leider schlechter unsere klimatischen Bedingungen toleriert.

Scharfzähniger Strahlengriffel (Actinidia arguta)
Der Scharfzähniger Strahlengriffel ist eine Kletterpflanze die bis zu mehreren Metern wächst (jährliche Zuwachs von bis zu 2 Metern). Die Triebe sind mit dicken, eierförmigen, glänzenden Blättern bedeckt, die sich attraktiv im Herbst verfärben. Kleine weiße Blüten erscheinen von Mai, jedoch entwickeln sich die Früchte aus den weiblichen Blüten. Sie reifen im September und bleiben an den Trieben bis Ende November. Im Geschmack ähneln diese den traditionellen Kiwis, sind aber in der Größe kleiner (Länge von 2 bis 3 cm, Gewicht bis zu 10 g) und eignen sich nicht für die Lagerung. Allerdings sind sie ideal für Salate und Kuchen.

Diese Actinidias tragen zum ersten Mal Früchte im dritten oder viertem Jahren nach dem Kiwi pflanzen. Aus einer Pflanze kann man bis zu 15 kg Früchte bekommen. Die frostbeständigsten Kiwi Sorten sind ‘Weiki’ (Zone 5A) und “Jumbo” (Zone 5B). In den meisten Gebieten Deutschlands eignet sich zum Kiwi pflanzen die selbstbefruchtende Kiwi Sorten ‘Issai’ (Zone 6B). Etwas schlechter ist es im Falle der Kiwi Sorten ‘Kens Red’ (Zone 7).

weibliche Kiwi Sorten: Genewa, Rogow, Jumbo, Kens Rot,
männliche Kiwi Sorten (tragen keine Früchte): Gibrida M
zwittrige Kiwi Sorten (selbstbefruchtend): Issai

Amur-Strahlengriffel (Actinidia kolomikta)
Der Amur-Strahlengriffel ist eine Kletterpflanze, die etwas schwächer als der Scharfzähniger Strahlengriffel wächst (Länge der Triebe bis zu 5 Meter), aber sie ist widerstandsfähiger gegen Frost. Er ist eine Pflanze mit interessanten, bunten, grün-weiß-rosa Blätter (am besten färben sich die männlichen Exemplare und die die der Sonne gewandt angebaut wurden) und essbaren, länglichen, grünlichen oder gelben Beeren, die an Stachelbeeren erinnern. Früchte kommen auf weiblichen oder zwittrigen  Pflanzen vor und erreichen ein Gewicht von 1,5 bis 4 g. Früchte dieser Kiwi Sorten reifen im August. Sie sollten gesammelt werden, bevor sie voll ausgereift sind, da reife und schnell abfallen und verderben.

Empfehlenswert! Zum Amateuranbau eignet sich am besten der Amur-Strahlengriffel, auch als Amur-Kiwi bekannt. Die Pflanze ist zwittrig und selbstbefruchtend, trägt Früchte nach dem vierten oder fünftem Jahr nach dem Kiwi pflanzen. Aus einer Pflanze kann man bis zu 15 kg Früchte sammeln. Frostbeständigkeit – Zone 4 – kann deshalb in ganz Deutschland angebaut werden.

Chinesische Stachelbeere (Actinidia chinensis)
Chinesische Stachelbeere ist eine Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter hoch wächst. In der zweiten Sommerhälfte bildet er weiße Blüten mit einem Durchmesser von 4 cm. Die Blätter sind herzförmige mit rot-braunen Härchen. Genau diese Kiwi Sorten gibt uns die bekannten, braunen und haarigen Kiwis. Diese Pflanze ist jedoch nicht winterbeständig genug, um diese in Gärten in unserem Klima anzubauen.

Kiwi pflanzen

Der Anbau von Kiwipflanzen in unserem Klima ist möglich,
wenn man eine genügend frostbeständigte Kiwi Sorten wählt

Kiwi pflanzen

Bevor Sie sich über die Wachstumsbedingungen von Actinidia durchlesen, muss etwas kommentiert werden. In verschiedenen Quellen kann man eine ganze Reihe von Empfehlungen für Kiwi pflanzen finden. Der Grund dafür kann sein, dass viele verfügbaren Bücher von ausländischen Autoren übersetzt wurden, ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Anforderungen der Pflanzen in unserem Klima. Wir können auch Schisandra pflanzen – ene andere interessante Kletterpflanze, derren Beeren gesund sind.

Pflanzposition der Kiwipflanze

Actinidia sollte warme und sonnige Lage geboten werden. Diese Pflanzen benötigen fruchtbaren, leichten und gut durchlässigen (aber nicht trockenen) Erdboden mit einem pH-Wert von 5 bis 6,5. Dank des dekorativen Wertes sollte Kiwi in gut hervorgehobenen Plätzen angebaut werden: auf Terrassen, Pergolen oder sonnigen Hauswänden. Man kann diese auch am Stamm eines alten Baumes mit hocher Krone klettern lassen.

Kiwi pflanzen

Zum Kiwi pflanzen sollen am besten 2 oder 3 Jahre alte Actinidia Setzlinge gekauft werden. Den Pflanzplatz sollte man unbedingt mit organischem Dünger (zum Beispiel Kompost) stärken und nach dem Einpflanzen der Pflanze die Basis mit Kieferrinde beschütten. Der Pflanze muss auch ein Stützelement von mindestens 1,5 Meter zur Verfügung gestellt werden.

Kiwi Bewässerung und Düngung

Diese Pflanzen sind empfindlich gegen Trockenheit und in der Dürrezeit darf man nicht die regelmäßige Bewässerung der Kiwi vergessen. Ab dem zweiten Jahr nach dem wir Kiwi pflanzen sollte sie mit Dünger, der reich an Stickstoff ist, gestärkt werden. Eine Pflanze benötigt  eine Dosis von 30 g Stickstoff, den man am besten in 3 gleichen Dosen von April bis Juni gibt. Die Stickstoff Dosis steigt mit dem Alter und der Pflanzverbreitung zunehmen an (endgültig auf etwa 150 g Stickstoff im fünften Jahr nach dem wir Kiwi pflanzen).

Kiwipflanze schneiden

Wenn die Actinidia im Garten vor allem als Zierpflanzen gelten soll, kann zu lange Triebe abschneiden, damit diese nicht wuchert. Allerdings wenn man viel Obst ernten möchte, muss man unbedingKiwipflanze schneiden.

Damit die Kiwi im Garten reichlich Früchte bringt, man beim Kiwipflanze schneiden berücksichtigen, dass 2 und 3 jährige Triebe Früchte geben und die Blütenknospen sich meistens an 7 bis 8 im vergangenen Jahr wachsenden Blättern bilden. In der Zeit von Januar bis Februar kürzt man 8 bis 10 Knospen an den stärksten Seitentrieben (aus diesen Triebe werden dann im nächsten Jahr Fruchttriebe wachsen). Im nächsten Winter schneidet man zwischen 30% und 70% der Fruchttriebe, so dass an der Basis neue Verzweigungen bleiben. Im Sommer entfernt man die Triebe, die den Strauch zu sehr verdichten.

Kiwi Vermehrung

Am einfachsten vermehrt man Actinidia Setzlinge durch im Winter horizontale Ableger. Im Juli und August kann man grüne Setzlinge mit drei Blättern nehmen und diese im Tunnel im Halbschatten anpflanzen. Diese sollten dann auch benebelt oder besprüht werden.

Man kann auch die Kiwi Vermehrung durch Aussaat im Frühling oder Herbst versuchen. Die Samen erfordern keine Stratifikation aber vor dem aussähen ist es notwendig diese in heißem Wasser für 24-48 Stunden einzuweichen. Dann säht man Samen in einer Tiefe von 1 cm aus (am besten in speziellem Boden zur Aussaat) und bedeckt sie leicht mit Sand oder Perlit. Den Behälter mit den Samen legt man in einen hellen und warmen Raum mit einer Temperatur von 25 ° C ab. Man sollte immer versuchen das Substrat leicht feucht aber nicht nass zuhalten. Jetzt muss Geduld ausgewiesen werden, denn es kommt vor, dass diese erst nach 3 Monaten keimen.

Auf diese Weise erhalte Setzlinge werden eine Mischung aus männlichen und weiblichen Pflanzen sein – man kann sie erst während der ersten Fruchtbildung unterscheiden können. Unglücklicherweise muss man im Falle von Pflanzen, die aus Samen gezüchtet wurden, zu 10 Jahren auf die ersten Früchte warten.

Fot. sxc.hu


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