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Ackerschachtelhalm – Wirkung und Anwendung

Kategorie: Krankheiten und Schädlinge,Ökogarten – Autor: Sylwia – 28. April 2015

Für viele Gärtner ist Ackerschachtelhalm vor allem ein häufig auftretender und schwer zu bekämpfendes  vieljähriges Unkraut. Aber was manche Personen verfluchen und bekämpfen ist für andere ein Segen. Ackerschachtelhalm Triebe sind in der Tat wertvolle Krautressourcen. Ackerschachtelhalm Wirkung wird auch in der Bio-Gärtnerei geschätzt, da man aus ihm Mittel gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge vorbereiten kann.

Ackerschachtelhalm Anwendung

Ackerschachtelhalm ist eine wertvolles Kraut, es hat zahlreiche medizinische Eigenschaften

Ackerschachtelhalm Anwendung,  heilende Wirkung

Ackerschachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze, der bis zu einer Höhe von 40 cm wächst. Er bildet zwei Arten von Trieben – sporentragende Triebe und unfertile Triebe. Die Fähigkeit diese zu unterscheiden ist sehr wichtig, das pflanzliche Heilmaterial nur unfertile Triebe sind.

Wie unterscheiden man sporentragende Triebe von unfertile Triebe?

Sporentragende Triebe der Ackerschachtelhalme sind saftig, erhebend und unverzweigt, in hellbrauner oder rötlicher Farbe. Auf jeder Triebspitze befindet sich eine braune, stumpfe sporentragende Ähre mit einer Länge von 1,5 bis 3 cm. Im Frühling, vom März bis Mai, bilden sich in den Ähren Sporen und nach ihrer Reifung sterben die Ähren ab.

Unfertile Triebe der Ackerschachtelhalme sind grün und in quirlen verzweigt, rau und gerippt, mit Blättern bedeckt. Sie haben keine sporentragenden Ähren. Seine Form ähneln dicht verzweigten Tannenbäumen. Sie entwickeln sich im späten Frühling wenn sporentragende Triebe ausgetrocknet sind und bleiben an der Pflanze bis in den Herbst.

Wie und wann sollte Ackerschachtelhalm gesammelt werden?

Unfertile Triebe der Ackerschachtelhalme können den ganzen Sommer über gesammelt werden, jedoch das wertvollste Heilkraut ist dies, dass von Mitte Juli bis Ende August gesammelt wird. Denn in denen ist die höchste Konzentration an Kieselsäure, die für die Heilwirkung des Ackerschachtelhalms verantwortlich ist. Es lohtn sich auch zu wissen, dass dank des hohen Kieselsäuregehalts, die Trieben des Ackerschachtelhalms beim Reiben unverwechselbar knarren. Ackerschachtelhalm Triebe sollten ohne den bräunlichen unteren Teil, in einer Höhe von 10-15 cm, geschnitten werden. Die gesammelten Triebe müssen abgedeckt getrocknet werden, damit sie nicht ihre grüne Farbe verlieren.

Achtung! Beim Sammeln von Ackerschachtelhalm darf man ihn nicht Sumpf-Schachtelhalm verwechseln, der giftig ist. Sumpf-Schachtelhalme bilden unfertile Triebe, die auf ihrer Spitze sporentragende Triebe haben.

Heilende Ackerschachtelhalm Wirkung

Die Ackerschachtelhalm Pflanze besitzt eine Vielzahl an Mineralien, einschließlich die wertvolle Kieselsäure, organische Säuren, Flavonoide, Carotinoide, Saponine, Phytosterole und Vitamin B1. Diesen besonderen Stoffe verdankt man die medizinischen Eigenschaften des Ackerschachtelhalms, die bei der Behandlung von Erkrankungen der Harnwege (Die Kieselsäure verhindert die Bildung von Steinen im Harnsystem) und Sklerose verwendet wird. Auch verwendet man die harntreibenden und entzündungshemmenden Eigenschaften des Ackerschachtelhalms. Das Ackerschachtelhalm Kraut wird auch manchmal zum Baden bei Nervenwurzelschmerzen und bei rheumatischen Schmerzen benutzt. Den Aufguss von Ackerschachtelhalm wendet man zum Waschen bei ermüdeter, alternder und schwer zu pflegenden Haut an. Es hat hautstraffende Eigenschaften. Ackerschachtelhalm Aufguss dient auch zur Herstellung von Haarspülungen.

Ackerschachtelhalm Anwendung

Ackerschachtelhalm – sporentragende Triebe (links) und unfertile Triebe (rechts).
Als Heilmittel sammeln man nur unfertile Triebe des Ackerschachtelhalms.

Ackerschachtelhalm Anwendung in der Gärtnerei

Ackerschachtelhalm Anwendung auch in der Gärtnerei als Mittel gegen Pflanzenkrankheiten und -schädlingen.

Einer der am häufigsten verwendeten Mittel ist die Gülle aus fermentierten Ackerschachtelhalmen. Um diese vorzubereiten vermischt man 1 kg frischen Ackerschachtelhalm (oder 200 Gramm getrocknetes Kraut) mit 10 Liter Wasser und läßt es für 4-5 Tage gären. Vor Ackerschachtelhalm Anwendung auf die Pflanzen, sollte die fermentierte Gülle aus Ackerschachtelhalm stark mit Wasser verdünnt (1:50) werden. Dieses vorbereitende Mittel kann zum Besprühen von Pflanzen an sonnigen Tagen, am Besten vor Mittag, verwendet werden. Es bekämpft solche Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilbe, Schildläuse und  Deckelschildläuse.

Im Fall von Blattläusen, kann auch im Notfall unverdünntem Ackerschachtelhalmextrakt benutzt werden. Bei der Herstellung nimmt man, ähnlich wie im Fall der Gülle, 1 kg frischen Ackerschachtelhalm oder 200 g getrocknetem Kraut und übergißt es mit 10 Liter Wasser, aber läßt es nur für 12 Stunden beiseite stehen. Mit dieser hergestellten Flüssigkeit besprüht man die mit Blattläusen befallenden Pflanzen.

Sowohl die fermentierte Gülle wie auch der Schachtelhalmextrakt sind sehr häufig empfohlende Hausmittel gegen Blattläuse und anderen Pflanzenschädlingen. Aber Ackerschachtelhalm kann auch bei der Bekämpfung von Pflanzenpilzerkrankungen helfen. Hier hilft Gülle aus Ackerschachtelhalm. Man bereiten diese genauso wie die fermentierte Gülle vor, aber nach dem Begießen der Pflanze mit Wasser läßt man sie für ein bis zwei Wochen stehen und wartet ab bis die Fermentation vollständig beendet wurde. Ein Zeichen dafür, dass die Gülle fertig ist, das heißt vollständig fermentiert ist, ist das Verschwinden des Schaums, die während der Gärung abgegeben wird. Die Gülle aus Ackerschachtelhalm verdünnt mit Wasser in einem Verhältnis von 1: 4 wird für die Bewässerung von Pflanzen (Bewässerung direkt den Boden unter der Pflanzen) verwendet. Sie kann mehrmals während der Vegetationsperiode benutzt werden. Seine Wirkung ist eine allgemeine Stärkung der Pflanzen und des Erdbodens. Verdünnt in einem Verhältnis von 1:5 können mit der Gülle aus Ackerschachtelhalm Pflanzen und den Erdboden rundherum vor Pilzkrankheiten und echtem Mehltau besprüht werden. Damit das Besprühen wirksam ist, muss es alle 3 Tage für mindestens 3 Wochen wiederholt werden. Zum Besprühen wählt man heitere Tage aus, vorzugsweise vor dem Mittag.

Noch eine breitere Ackerschachtelhalm Anwendung bei der Bekämpfung von Pflanzenpilzkrankheiten hat die Sud aus Ackerschachtelhalm. Dazu begießt man 1 kg frisches Kraut oder 200 g getrocknetes mit 1 Liter Wasser und stellt es über Nacht (24 Stunden) beiseite. Danach wird alles gekocht und bei schwacher Hitze für 30 Minuten gehalten. Nach dem Abkühlen muss man es durchseihen und mit Wasser in einem Verhältnis von 1: 3 verdünnen (Achtung – einige Handbücher empfehlen ein Verhältnis von 1:4). Mit diesem vorbereitetem Mittel werden Pflanzen mit solchen Krankheiten wie Grauschimmel, echten Mehltau, Rost, Apfelschorf oder Pfirsichblätterwellungen besprüht. Genaus wie beim Sprühen mit Gülle von Ackerschachtelhalm, um die volle Wirksamkeit zu erhalten, muss es alle 3 Tage für mindestens 3 Wochen wiederholt werden.

Fot. depositphotos.com und Kropsoq (sporentragende Triebe) und Sten Porse (unfertile Triebe), veröffentlicht unter der Lizeny CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/), Quelle: Wikimedia Commons.


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